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Schufa – das Schreckgespenst der Kreditbranche


Abbildung 1: Transparenz ist für die Schufa oberstes Gebot. Auch dem Bundesdatenschutzgesetz folgt die Einrichtung.

Abbildung 1: Transparenz ist für die Schufa oberstes Gebot. Auch dem Bundesdatenschutzgesetz folgt die Einrichtung.

Lange Zeit schien sie der alleinige Herrscher (und auch der größte Schreck) der Kreditbranche zu sein: die Schufa. Wer buchstäblich „in der Schufa“ stand, der hatte schlechte Karten auf einen Kredit. Grund genug dieser Einrichtung einen Beitrag zu widmen. Wir werfen einen Blick auf den aktuellen Status Quo und geben eine Antwort auf die Frage, ob es auch Möglichkeiten gibt, mit negativer Schufa-Auskunft einen Kredit zu bekommen.

Die Schufa im Spiegel der Zeit

Die Schufa ist ein renommiertes Wirtschaftsunternehmen mit einer langen Tradition. Ein Auskunftssystem über die Bonität von (zunächst) Privatpersonen zu entwerfen, war die Idee der Brüder Meyer. Gemeinsam schlugen sie es Dr. Robert Kauffmann vor – und erhielten den Auftrag, die Idee in fassbarere Formen zu gießen. Was also im Jahr 1926 begann wurde bereits am 1. April 1927 Wirklichkeit, denn zu diesem Datum wurde die sogenannte „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ (Schufa) gegründet. Gegründet wurde die Schufa von der Berliner Elektrizitätswerke AG (BEWAG). Geschäftsführer wurde Dr. Kurt Meyer, einer der Meyer-Brüder.

Rasch machte das Modell Schule und verbreitete sich nach Berlin auch in anderen großen Städten. Gut 20 Jahre nach ihrer Gründung – mit Einführung der D-Mark im Jahr 1948 – brach ein neues Zeitalter an, das mit dem Beginn des Konsumentenkreditgeschäfts auch den Schufa-Gedanken erneut stärkte, der hieß: „Kreditschutz auf Gegenseitigkeit“. Um die Interessen zu bündeln wurde im Jahr 1952 der Bundes-Schufa e.V. gegründet, nur fünf Jahre später wurde die Geschäftsstelle im hessischen Wiesbaden eingerichtet. Noch heute ist dort der Zentralsitz der Schufa.


Seit 1983 war die Schufa digitalisiert, denn auf Karteikarten wäre das zunehmende Kreditgeschäft ohnehin nicht länger dokumentierbar gewesen. Erste Entwicklungen dazu starteten bereits im Jahr 1972. Die damals angewandte Fernschreiber-Technik war revolutionär. Im Jahr 2000 wurde letztlich die Holding gegründet, die acht selbstständige Schufa-Gesellschaften unter einem Dach vereinte und Kräfte bündelte, um beispielsweise die Entwicklungen zu Score-Voraussagen voranzubringen.

Die Gründung der Holding kam einem Startschuss gleich:

  • Vier Jahre später konnten nicht nur private Daten, sondern auch Informationen zu Betrieben abgerufen werden.
  • 2005 startet das Informationsportal meineSCHUFA.de.
  • Im Verbraucherbeirat werden seit 2008 zentral gestellte Anfragen gelöst.
  • Seit 2009 wird bei der Schufa auf Ombudsmänner als Schlichter gesetzt.
  • Mit der neu gegründeten „W2 WirtschaftsWerkstatt“ trägt die Schufa dem Aufklärungsgedanken Rechnung und richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene.
  • Der Schufa-FraudPool, der 2014 als Informationsplattform online geht, ermöglicht es Unternehmen, sich über etwaige Betrugsfälle auszutauschen.

Kommt man an der Schufa vorbei?

Um diese Frage zu beantworten, muss erst einmal klar werden, wie die Schufa an ihre Daten kommt – und zwar über die Einwilligung der Verbraucher über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder über Bankgeschäfte. Grundsätzlich werden in der Schufa alle Kreditangelegenheiten niedergeschrieben – auch positive. Das heißt, dass die Aussage „ich stehe in der Schufa“ nicht per se etwas Schlechtes ist, denn auch wenn Verbraucher ihre Kredite regelmäßig und vereinbarungsgemäß tilgen, steht dies in der Schufa – und das nützt letztlich dabei, unkompliziert einen Kredit aufzunehmen, eine Rechnung auf Raten zu kaufen oder ein Auto zu finanzieren.

Schwierig wird es unterdessen mit einer sogenannten „negativen Schufa-Auskunft“, denn dieser folgt die Ablehnung des Kreditwunsches. Eine schwache Schufa-Auskunft gleicht hingegen einem Glücksspiel. Der Ausweg lautet nun, einen seriösen Anbieter für Kredite ohne Schufa zu finden, und dabei ist auf Folgendes zu achten:

  • Das Kleingedruckte genau zu studieren, ist beim Abschluss eines Kredites ohne Bonitätsprüfung enorm wichtig, denn versteckte Gebühren, unnütze Versicherungen und weitere überflüssige Verträge sind ein gern genutzter Weg, um Geld von Verbrauchern zu bekommen. Auch Kreditlaufzeiten müssen in diesem Zusammenhang auf den Prüfstand.

Grundsätzlich jedoch sollte eine negative Schufa-Auskunft nicht der Anstoß dazu sein, einen alternativen Kreditversuch zu unternehmen, denn die Schufa-Auskunft kann auch eine warnende Funktion haben – dann nämlich wenn Überschuldung droht. Sinnvoll ist ein Kredit ohne Schufa-Auskunft dann, wenn sich aktuelle Einnahmequellen positiv verändert haben – und die Situation des Kreditinteressenten in der Praxis anders (positiver) aussieht, als sie sich mit einem reinen Blick auf die Schufa darstellt.

Abbildung 3: pixabay.com © Vi5-a-Vi5 (CC0 Public Domain)

 

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